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Rotschwanz-Rabenkakadu
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Der Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii), auch Banks-Rabenkakadu genannt, ist eine Kakaduart, die zur Fauna Australiens zĂ€hlt. Die fĂŒnf Unterarten, in die die Art ĂŒblicherweise aufgeteilt werden, unterscheiden sich vor allem in der GröĂe ihres Schnabels. Zwei Unterarten, die im SĂŒden Australiens vorkommen, gelten als bedroht.
Ausgewachsen erreichen Rotschwanz-Rabenkakadus eine KörperlĂ€nge von 60 Zentimeter. Es besteht ein auffĂ€lliger Geschlechtsdimorphismus. Bei den MĂ€nnchen ist die Grundfarbe des Gefieders schwarz. Auf den Ă€uĂeren Steuerfedern findet sich jedoch eine breite, leuchtend rote Binde, die sich manchmal noch zusĂ€tzlich durch einen schmalen blass orangefarbenen Randbereich auszeichnet. Die Weibchen sind kleiner. Ihr Gefieder hat auf der Körperunterseite einen brĂ€unlichen Anflug. Kopf und Hals und FlĂŒgel weisen an den Enden einzelner Federn blassgelbe Flecken auf. Die Ă€uĂeren Steuerfedern haben eine breite gelbe Binde.
Rotschwanz-Rabenkakadus halten sich vor allem in EukalyptuswÀldern und entlang von WasserlÀufern auf. In den nördlichen Regionen Australiens bilden sie SchwÀrme. Sie sind Samenfresser und nisten in Baumhöhlen.
Contents
âą Name
âą Erscheinungsbild
âą LautĂ€uĂerungen
âą Lebensraum
âą Verhalten
âą Nahrung
âą Fortpflanzung
âą Systematik
âą SchutzmaĂnahmen
âą Belege
âą Einzelnachweise
âą Literatur
âą Weblinks
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Name
Ein Weibchen des Rotschwanz-Rabenkakadus wurde 1770 bereits von Sydney Parkinson gezeichnet, der fĂŒr den britischen Botaniker Sir Joseph Banks arbeitete. Das Weibchen stammte vermutlich vom Endeavour River im Norden von Queensland.cite-ref-forsh108-1-0[1] Eine wissenschaftliche Beschreibung erfolgte 1790 durch den Ornithologen John Latham als Psittacus banksii. Mit dem Artepitheton wollte John Latham den Sir Joseph Banks ehren.cite-ref-2[2]
Nahezu zeitgleich zu John Latham beschrieb der englische Naturwissenschaftler George Shaw anhand eines in der Region des heutigen Sydneys erlegten Exemplars einen Psittacus magnificus.cite-ref-3[3] Gregory Mathews schlug 1927 vor, fĂŒr die Art die Bezeichnung Calyptorhynchus magnificus zu verwenden, da nach seiner Ansicht George Shaws Beschreibung die Ă€ltere war. Diesem Vorschlag wurde fĂŒr mehrere Jahrzehnte gefolgt, obwohl es keineswegs sicher war, dass es sich bei dem von George Shaw beschriebenen Exemplar tatsĂ€chlich um einen Rotschwanz-Rabenkakadu und nicht um einen Braunkopf-Rabenkakadu handelte.cite-ref-lendon64-4-0[4] 1994 akzeptierte die Internationale Kommission fĂŒr Zoologische Nomenklatur einen Vorschlag, zukĂŒnftig die Art Calyptorhynchus banksii zu nennen.cite-ref-5[5]
Die Gattungsbezeichnung Calyptorhynchus leitet sich von dem altgriechischen ab. Calypto-/ÎșαλÏ
ÏÏÎż- steht fĂŒr versteckt und rhynchus/ÏÏ
ÎłÏÎżÏ fĂŒr Schnabel.cite-ref-6[6] Der Name ist ein Hinweis auf eine Balzgeste des MĂ€nnchens, bei dem die Haube und die Wangenfedern so weit nach vorne gespreizt werden, dass der Schnabel nicht mehr sichtbar ist. Die Gattungsbezeichnung wurde 1826 erstmals von Anselme GaĂ«tan Desmarest vorgeschlagen.cite-ref-7[7]
Erscheinungsbild
Erscheinungsbild adulter Vögel
Rotschwanz-Rabenkakadus erreichen ausgewachsen eine KörperlÀnge von 60 Zentimeter. Sie wiegen je nach Unterart 590 und 920 Gramm. Am leichtesten ist die Unterart Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu, bei denen die Weibchen zwischen 590 und 690 Gramm wiegen. Am schwersten werden die MÀnnchen der Nominatform, die bis zu 920 Gramm erreichen.cite-ref-8[8]
Die MĂ€nnchen sind ĂŒberwiegend schwarz gefĂ€rbt. Ihre Stirn- und Scheitelfedern sind verlĂ€ngert und bilden eine auffĂ€llige Haube. Die Steuerfedern weisen die fĂŒr die Art charakteristische rote QuerbĂ€nderung auf. Der Schnabel ist dunkelgrau. Die Iris ist dunkelbraun. Die Beine sind brĂ€unlich grau.cite-ref-forsh104-9-0[9]
Das Gefieder der Weibchen ist gleichfalls schwarz. Es ist allerdings auf der Körperunterseite brĂ€unlich ĂŒberhaucht. Wie die MĂ€nnchen haben sie verlĂ€ngerte Stirn- und Scheitelfedern. Die Weibchen weisen je nach Unterart eine unterschiedlich intensive Fleckung an Kopf, Hals und auf den FlĂŒgeln auf. Bei der Nominatform haben die Ă€uĂeren Steuerfedern in der Mitte breite gelbe Binden. Auf der Innenseite der Fahne sind diese blassgelb und werden in der Mitte der Fahne zu einem intensiveren gelborange. Die AuĂenfahne der Federn haben eine orangegelbe Binde. Der Schnabel ist bei den Weibchen hornfarben.cite-ref-forsh104-9-1[9]
Im Flug sind Rotschwanz-Rabenkakadus leicht von anderen Rabenkakadus zu unterscheiden, weil sie sich im stĂ€ndigen Wechsel zur einen und dann zur anderen Körperseite neigen. Ihre FlĂŒgelschlĂ€ge weisen eine deutliche Abschlagsbewegung auf, so dass sich ihre FlĂŒgel unter dem Rumpf beinahe berĂŒhren. Sie bevorzugen groĂe Flughöhen und gleiten von oben in die BĂ€ume herab, auf denen sie sich niederlassen wollen.cite-ref-forsh115-10-0[10]cite-ref-ho83-11-0[11]
Erscheinungsbild der Jungvögel
Junge Rotschwanz-Rabenkakadus gleichen bis zur Geschlechtsreife den Weibchen. Sie sind auf der Körperunterseite allerdings etwas heller als die Weibchen.cite-ref-forsh104-9-2[9] Der Wechsel in das Federkleid ausgewachsener und geschlechtsreifer Rotschwanz-Rabenkakadus verlĂ€uft bei den MĂ€nnchen ĂŒber vier Jahre. WĂ€hrend sie sich im ersten Lebensjahr kaum von Weibchen unterscheiden, zeigen sie nach der Jahresmauser des zweiten Jahres eine verringerte Anzahl gelber Flecken am Kopf und auf den FlĂŒgeldecken. Die BĂ€nderung auf dem Brustgefieder nimmt ab. Die QuerbĂ€nder auf den Steuerfedern werden breiter und haben einen höheren Rotanteil. Der Schnabel wird dunkler. Im dritten Lebensjahr weisen junge MĂ€nnchen nur noch wenige gelbe Flecken im Gefieder auf. Die schmalen schwarzen Querstreifen im roten Band der Steuerfedern sind zu einem groĂen Teil verschwunden. Im vierten Lebensjahr weisen die jungen MĂ€nnchen ein glĂ€nzend schwarzes Körpergefieder auf und haben ein einheitlich rotes Band auf den Steuerfedern. Der Schnabel hat dann eine grauschwarze Farbe angenommen.cite-ref-lendon66-12-0[12]cite-ref-13[13]
LautĂ€uĂerungen
Der Rotschwanz-Rabenkakadu hat nur ein kleines Rufrepertoire. WĂ€hrend des Fluges ruft er ein metallisch rollendes krur-rr oder kree, das weithin zu hören ist.cite-ref-forsh115-10-1[10] Der Alarmruf ist ein scharfes gellendes krur-rak, das sich deutlich von dem eng verwandten Braunkopf-Rabenkakadu unterscheidet.cite-ref-forsh115-10-2[10] Balzende MĂ€nnchen lassen ein rhythmisches kred-kred-kred-kred hören.cite-ref-court96-14-0[14] Bettelnde Jungvögel quieken, lassen aber keine Laute hören, wenn sie gefĂŒttert werden.cite-ref-court96-14-1[14]
Verbreitung und Bestand
Der Rotschwanz-Rabenkakadu kommt vor allem im Norden und Nordosten Australiens vor. In diesen tropischen und subtropischen Zonen ist diese Art stellenweise so hĂ€ufig, dass sie als landwirtschaftlicher SchĂ€dling gilt.cite-ref-15[15] Im Landesinneren und in den sĂŒdlichen Regionen Australiens ist diese Kakaduart nur mit isolierten Populationen vertreten. In Westaustralien haben vor allem verwilderte Hauskatzen die Populationen erheblich reduziert.cite-ref-issg-felis-catus-16-0[16]
Der Gesamtbestand an Rotschwanz-Rabenkakadus gilt als nicht gefĂ€hrdet. Insgesamt geht man von mehr als 100.000 Individuen aus.cite-ref-parrots-org-17-0[17] Die GröĂe des Verbreitungsgebietes hat sich jedoch verringert und der Bestand an SĂŒdlichen Rotschwanz-Rabenkakadu wird auf nur noch 1.000 Individuen geschĂ€tzt.cite-ref-parrots-org-17-1[17] Im Norden von New South Wales und im sĂŒdöstlichen Queensland kommt die Nominatform nicht mehr vor. Die Unterart SĂŒdlicher Rotschwanz-Rabenkakadu ist in ihrem Verbreitungsgebiet stark von den drei Baumarten Eucalyptus baxteri, Eucalyptus camaldulensis und Allocasuarina luehmannii abhĂ€ngig.cite-ref-18[18] Diese BĂ€ume sind durch Urbarmachungen stark bedroht und finden sich heute ĂŒberwiegend auf FlĂ€chen, die in Privatbesitz sind. Möglicherweise gibt es nur noch 500 bis 1.000 BĂ€ume, die fĂŒr diese Unterart als Nistbaum in Frage kommen.cite-ref-19[19] FĂŒr die Unterart und ihren Lebensraum gibt es jedoch ein Schutzprogramm, das 2007 Landbesitzer entschĂ€digt, wenn sie helfen, geeignete LebensrĂ€ume fĂŒr diese Unterart zu erhalten.cite-ref-20[20]
Lebensraum
Der bevorzugte Lebensraum dieser Kakaduart sind mit EukalyptusbÀumen bestandene Savannen und GaleriewÀlder, die sich an den FlusslÀufen entlangziehen. Sie sind jedoch anpassungsfÀhig und nutzen ein breites Spektrum unterschiedlicher Habitate. Dazu zÀhlen neben dichten EukalyptuswÀlder, mit Akazien- und Allocasuarina-Savannen auch MonsunregenwÀlder und subtropischer Regenwald, mit SilberbaumgewÀchsen bestandenes Strauchland, Grassavannen sowie landwirtschaftlich genutzte FlÀchen, die noch einen gewissen Bestand an Àlteren BÀumen aufweisen.cite-ref-forsh108-1-1[1]
Bank-Rabenkakadus sind grundsĂ€tzlich Teilzieher, die in verschiedenen Regionen Australiens eine regelmĂ€Ăige Wanderbewegung zeigen. Im Norden des Northern Territorys ziehen sie weg, wenn wĂ€hrend des Sommers die Luftfeuchtigkeit stark ansteigt.cite-ref-21[21] In anderen Regionen ist das jahreszeitlich schwankende Nahrungsangebot der Grund, warum Rotschwanz-Rabenkakadus in andere Regionen ziehen. Solches Verhalten lĂ€sst sich beispielsweise im Norden von Queensland und in New South Wales beobachten.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23] Im SĂŒdwesten von Western Australia zeigen die beiden dort vorkommenden Unterarten eine Nord-SĂŒd gerichtete Wanderbewegung. Der Westaustralische Rabenkakadu zieht nach der Fortpflanzungszeit nach Norden,cite-ref-24[24] wĂ€hrend beim Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu die Zugbewegungen etwas erratischer sind und keine Korrelation mit der Jahreszeit aufweist.cite-ref-25[25]
Verhalten
Rotschwanz-Rabenkakadus sind tagaktive und laute Kakadus. Sie sind jedoch auch in mondhellen NĂ€chten aktiv. Vor allem im Norden Australiens können sie in SchwĂ€rmen beobachtet werden, die aus bis zu 500 Individuen bestehen. Im SĂŒden Australiens kommen bei entsprechendem Nahrungsangebot solche groĂen SchwĂ€rme zwar auch vor. Hier leben sie jedoch typischerweise paarweise oder bilden einen kleinen Familienverband, der aus den Elternvögeln sowie einem Jungvogel besteht.cite-ref-forsh113-26-0[26] Im Norden und Nordosten Australiens suchen Rotschwanz-Rabenkakadus hĂ€ufig auf dem Boden nach Nahrung und sind besonders auf FlĂ€chen zu beobachten, die von Buschfeuern herunter gebrannt wurden. Sie suchen hier vor allem nach den Samen von Hakeas und Banksien, deren hartschalige FrĂŒchte sich durch die Hitzeeinwirkung geöffnet haben.cite-ref-forsh115-10-3[10] Die beiden im SĂŒden Australiens vorkommenden Unterarten, SĂŒdlicher und Westlicher Rotschwanz-Rabenkakadu, dagegen meiden ein Aufenthalt auf dem Boden, wenn sie auch an ViehtrĂ€nken bei der Wasseraufnahme zu beobachten sind.cite-ref-forsh113-26-1[26]
Nahrung
Rotschwanz-Rabenkakadus fressen bevorzugt die Samen von EukalyptusbĂ€umen. Sie bevorzugen dabei die Arten, die mittelgroĂe bis groĂe Samen tragen. Meist beiĂen die Rotschwanz-Rabenkakadus den ganzen Fruchtstand ab, halten ihn mit einem FuĂ fest und beiĂen dann die Basis einer Samenkapsel mit dem Schnabel ab.cite-ref-forsh113-26-2[26] Sie suchen gelegentlich auch den Boden auf, um dort heruntergefallene FutterstĂŒcke aufzunehmen.cite-ref-ho83-11-1[11] Zu ihrem Nahrungsspektrum zĂ€hlen auch die Samen von Akazien, Allocasuarina, Hakea und Banksien. Sie fressen auĂerdem NĂŒsse, FrĂŒchte, Beeren, Nektar, BlĂŒten sowie Insekten und deren Larven.cite-ref-forsh115-10-4[10] Auch die FrĂŒchte von Feigen und SchraubenbĂ€umen zĂ€hlen zu ihrer Nahrung. ZusĂ€tzlich fressen sie einige der in Australien eingefĂŒhrten Pflanzenarten. Dazu zĂ€hlen Ackerrettich, Melonen und Gurken.cite-ref-saund85-27-0[27]
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit des Rotschwanz-Rabenkakadu fĂ€llt ĂŒberwiegend in die Monate Mai bis September. Lediglich die im SĂŒdosten vorkommenden Unterarten nisten wĂ€hrend der australischen Sommermonate Dezember bis Februar. Bei der Unterart Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu kommt es gelegentlich zu zwei Bruten im Jahr.cite-ref-saund77-28-0[28]cite-ref-29[29]
Zum Balzrepertoire des mĂ€nnlichen Rotschwanz-Rabenkakadus zĂ€hlt ein Aufstellen der Haube. Diese neigt sich dann bis zum Oberschnabel nach vorn. Die Federn der Wangenregion werden weit nach vorne gespreizt, so dass sie den Schnabel verdecken. Die Steuerfedern werden weit aufgefĂ€chert, so dass die rote QuerbĂ€nderung gut sichtbar ist. In steifer Körperhaltung lĂ€uft er so die Ăste entlang und verbeugt sich dann vor dem Weibchen. Dieses reagiert auf die AnnĂ€herungsversuche des MĂ€nnchens hĂ€ufig aggressiv und beiĂt zunĂ€chst nach dem balzenden MĂ€nnchen.cite-ref-30[30]
Als Nisthöhlen nutzen Rotschwanz-Rabenkakadus Asthöhlen oder hohle StĂ€mme lebender und abgestorbener BĂ€ume. Meist befinden sich die Nisthöhlen in etwas isoliert stehenden BĂ€umen, so dass die Elternvögel die Nisthöhle verhĂ€ltnismĂ€Ăig ungehindert erreichen kann. Einzelne Nisthöhlen werden hĂ€ufig ĂŒber viele Jahre genutzt. Die Höhlen haben eine Tiefe von ein bis zwei Metern und einen Durchmesser von bis zu einem halben Meter. Meist wird lediglich ein Ei auf den Boden der Höhle gelegt. Gelege mit zwei Eiern kommen vor, aber in der Regel wird eines der Jungen vernachlĂ€ssigt und stirbt, bevor es flĂŒgge wird. Die Eier sind elliptisch bis elliptisch-eiförmig und haben eine glanzlose weiĂe OberflĂ€che. Die Nestgrundlage ist das verrottende Holz am Boden der Höhle.cite-ref-31[31] Es brĂŒtet allein das Weibchen. Die Brutzeit betrĂ€gt 30 Tage. Der frisch geschlĂŒpfte Nestling ist mit langen gelben Dunen bedeckt. Die Augen öffnen sich erstmals in einem Alter von zwei bis drei Wochen. Die ersten drei Wochen wird der Nestling vom Weibchen gehudert. Das MĂ€nnchen versorgt in dieser Zeit Weibchen und Nestling mit Nahrung. Nach den ersten drei Wochen wird der Nestling vom Weibchen nur in der Nacht gehudert. Mit etwa drei Monaten verlĂ€sst der Jungvogel das Nest. WĂ€hrend der nĂ€chsten vier Monate wird er von den Elternvögel versorgt.cite-ref-32[32]
Wie viele andere Kakadu-Arten ist auch der Rotschwanz-Rabenkakadu sehr langlebig. 1938 berichtete der Ornithologe Neville Cayley von einem ĂŒber fĂŒnfzig Jahre alten Rotschwanz-Rabenkakadu, der im Taronga Zoo in Sydney lebte.cite-ref-lendon68-33-0[33]
Systematik
Die Gattung Calyptorhynchus ist eine Gruppe von Rabenkakadus mit groĂem und krĂ€ftigen SchnĂ€beln. Die Gattung wird anhand der verschiedenen Schnabelformen und der deutlichen Unterschiede hinsichtlich des Geschlechtsdimorphismus in zwei Untergattungen aufgeteilt.cite-ref-34[34] Die meisten Arten werden der Untergattung Zanda zugerechnet. Der Rotschwanz-Rabenkakadu gehört gemeinsam mit dem Braunkopf-Rabenkakadu der Untergattung Calyptorhynchus an. Beide Arten weisen einen sehr ausgeprĂ€gten Geschlechtsdimorphismus auf. Adulte MĂ€nnchen sind rein schwarz mit roter Schwanzbinde. Die Weibchen sowie die noch nicht geschlechtsreifen Jungvögel haben gelbe bis orangerotfarbene Schwanzbinden. Beide Arten zeichnen sich durch einen sehr breiten und Schnabel auf. Weitere charakteristische Merkmale dieser Untergattung sind die quiekenden Futterbettellaute der Jungen sowie fehlende LautĂ€uĂerungen beim Schlucken der Nahrung.cite-ref-forsh104-9-3[9]cite-ref-court96-14-2[14] Es werden fĂŒnf Unterarten unterschieden, von denen zwei als gefĂ€hrdet eingestuft werden. Die einzelnen Unterarten unterscheiden sich ĂŒberwiegend durch die KörpergröĂe, die GröĂe und Form des Schnabels sowie die FĂ€rbung des Weibchens.cite-ref-hanzab-35-0[35]
| Unterart | Verbreitungsgebiet | Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Unterarten |
|---|---|---|
| C. b. banksii ( Latham , 1790), Nominatform | Queensland , seltener im Ă€uĂersten Norden von New South Wales | Die Nominatform ist die gröĂte Unterart und hat einen mittelgroĂen Schnabel [ 35 ] |
| SĂŒdlicher Rotschwanz-Rabenkakadu ( S. b. graptogyne Schodde , Saunders, DA & Homberger , 1989) | SĂŒdwestliches Victoria und sĂŒdöstliches South Australia [ 36 ] | Kleinste Unterart [ 35 ] mit einer auffĂ€lligeren Zeichnung als der ansonsten Ă€hnliche Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu. Erst seit den 1980er Jahren ist S. b. graptogyne als eigenstĂ€ndige Unterart anerkannt. [ 37 ] [ 38 ] Die Unterart gilt als stark bestandsbedroht. |
| Gould-Rotschwanz-Rabenkakadu ( C. b. macrorhynchus Gould , 1843) | Der Nordwesten Australiens vom Dampierland im Nordwesten Westaustraliens bis zum Golf von Carpentaria im Nordosten des Northern Territory. [ 39 ] | Der Nominatform sehr Ă€hnlich, jedoch mit breiterem und wuchtigerem Schnabel. Die Flecken des Körpergefieders sowie die Querstreifen der Ă€uĂeren Steuerfedern sind beim Weibchen blassgelb. [ 4 ] [ 39 ] |
| Westaustralischer Rotschwanz-Rabenkakadu ( C. b. naso Gould , 1837) | Im Ă€uĂersten SĂŒdwesten von Westaustralien zwischen Perth und Albany | Stark bedrohte kleine Unterart mit spitz zulaufenden FlĂŒgeln und einer eher abgerundeten Haube. Beim Weibchen ist die Schwanzbinde auffallend orangefarben. [ 40 ] Verglichen zum Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu weist diese Unterart einen lĂ€ngeren und breiteren Schnabel auf. |
| Mathews-Rotschwanz-Rabenkakadu ( C. b. samueli Mathews , 1917) | Vier isolierte Populationen in der KĂŒstenregion des mittleren Western Australia , entlang des Flusssystems der zentralaustralischen Bergketten, entlang der Haupt- und NebenzuflĂŒsse des Lake Eyre und im Einzugsgebiet des Bulloo Rivers sowie entlang der Ober- und MittellĂ€ufe des Darling-River -Flusssystems im Westen von New South Wales. [ 41 ] | Die Unterart ist wie die Nominatform gefĂ€rbt, aber deutlich kleiner und der Schnabel ist weniger wuchtig. |
Rotschwanz-Rabenkakadu und Mensch
SchutzmaĂnahmen
Der Rotschwanz-Rabenkakadu gehört gemÀà dem australischen Environment Protection and Biodiversity Conservation Amendment (Wildlife Protection) Act 2001 zu den geschĂŒtzten Arten.cite-ref-act2001-42-0[42] Er ist auĂerdem im Anhang II der CITES-Vereinbarung aufgefĂŒhrt. Dies erlaubt einen grenzĂŒberschreitenden Handel mit WildfĂ€ngen und in Gefangenschaft nachgezogenen Arten, wenn sich der Export nicht negativ auf den freilebenden Bestand auswirkt.cite-ref-43[43] Allerdings greifen die strengeren australischen Bestimmungen, so dass ein Export im Moment nicht stattfindet.cite-ref-act2001-42-1[42]
Der Bestand an Rotschwanz-Rabenkakadus wird je nach australischen Bundesstaat unterschiedlich gewertet:
âą Der SĂŒdliche Rotschwanz-Rabenkakadu gilt nach den Vorgaben des âNational Parks and Wildlife Act (1972)â als bedrohte Unterart.cite-ref-44[44]
⹠UnabhÀngig von der Unterart gilt der Rotschwanz-Rabenkakadu in New South Wales als bedrohte Art
Haltung in menschlicher Obhut
Rotschwanz-Rabenkakadus werden nur sehr selten in Volieren gepflegt. Sie wurden zwar zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts öfters nach Europa importiert. Seit die australische Regierung fĂŒr alle Arten der australischen Fauna ein Ausfuhrverbot erlieĂ, sind die VolierenbestĂ€nde in Europa und Nordamerika sehr rĂŒcklĂ€ufig.cite-ref-48[48]
Belege
Einzelnachweise
cite-note-forsh108-11. â Forshaw, S. 108.
cite-note-33. â Ian Rowley: Handbook of the Birds of the World â Volume 4: Sandgrouse to Cuckoos. Hrsg.: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal. Lynx Edicions, 1997, ISBN 84-87334-22-9, Cacatuidae (lynxeds.com).
cite-note-lendon64-44. â Lendon, S. 64.
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Weblinks
Commons
: Calyptorhynchus banksii
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠Calyptorhynchus banksii in der Roten Liste gefÀhrdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2016. Abgerufen am 4. April 2024.
âą Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) bei Avibase
âą Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) auf eBird.org
âą xeno-canto: Tonaufnahmen â Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii)
âą Red Tailed Black Cockatoo (Calyptorhynchus banksii) in der Encyclopedia of Life. (englisch).